“Initiative Tierwohl” – 

Master Siegel der Verbraucher-Irreführung?

Diese Unternehmen nehmen an der “Initiative Tierwohl” teil:

Quelle: www.initiative-tierwohl.de

ACHTUNG! 

Aus unserer Sicht, hat die “Initiative Tierwohl” NICHTS mit artgerechter Tierhaltung und/oder Tierwohl zu tun! 

Anbei weitere Informationen wie die Initiative Tierwohl definiert ist, worauf die Erzeuger achten müssen und wie viel mehr Geld die Tierhalter verdienen können, wenn sie an diesem Programm beteiligen:

Dieses “Initiative Tierwohl” – Label haben Sie mit Sicherheit schon öfter gesehen, denn es wird mittlerweile von den meisten großen Handelskonzerne in Deutschland sehr erfolgreich eingesetzt. Man könnte sich gar wundern, wieso die Handelskonzerne neben diesem Label auch noch das Siegel “Haltungsform” in den Stufen 1 bis 4 unterstützen? 

Hier eine Zusammenfassung über die “Initiative Tierwohl” von der Verbraucherzentrale:

Kriterien für die Tierhaltung

Landwirte, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, müssen

  • Stallluft und Tränkewasser jährlich kontrollieren lassen,
  • den Tieren ein Mindestmaß an Tageslicht ermöglichen,
  • zustimmen, dass Beanstandungen an den geschlachteten Tieren zentral erfasst werden,
  • verpflichtend an einem Antibiotika-Monitoring teilnehmen, bei dem Antibiotikaabgaben und -anwendungen erfasst werden.

Weiterhin müssen Schweinehalter den Tieren zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial anbieten. Weitere Wahlkriterien können erfüllt werden, wie etwa 20 Prozent mehr Platz, ständiger Zugang zu Raufutter, Scheuermöglichkeiten und Saufen aus offener Fläche.

Die Pflichtkriterien für die Geflügelmastbetriebe sind zehn Prozent mehr Platz sowie zusätzliches Beschäftigungsmaterial, ein veränderbarer, bepickbarer Gegenstand wie ein Strohballen.

Neutrale Zertifizierungsstellen kontrollieren, ob die Kriterien der Initiative Tierwohl eingehalten werden. Die Landwirte setzen die jeweiligen Kriterien um und erhalten einen finanziellen Ausgleich – sogenannte “Tierwohlentgelte”, die durch den Lebensmitteleinzelhandel finanziert werden….

Leicht verbesserte Tierhaltung

….. 23 Masthühner statt 26 auf einem Quadratmeter, Schweine mit zehn Prozent mehr an eingeräumtem Platz, ein Strohballen pro Stalleinheit bei bis zu 2.700 Hähnchen und ein Hanfseil für 20 Schweine sind Schritte in die richtige Richtung. Jetzt gilt es, die Kriterien für die Tierhaltung nach einem verbindlichen Stufensystem und klarer zeitlicher Staffelung weiter anzuheben.
Quelle: “Die Initiative Tierwohl”, vom 19. April 2018, (15. Oktober 2020) >  Verbraucherzentrale.de

Halten Sie 10% bzw. 20% mehr Platz im Stall ausreichend um von “Tierwohl” zu sprechen? Glauben Sie, dass eine jährliche Kontrolle der Stallluft und des Tränkewassers zum allgemeinen Tierwohl beiträgt? Wussten Sie, dass es eine extra Leistung ist, wenn Bauern “einer zentralen Erfassung von Beanstandungen geschlachteter Tiere” zustimmen? Haben auch Sie erwartet, dass diese Zustimmung Standard ist und Beanstandungen an geschlachteten Tieren ohnehin erfasst werden müssen? 

Man beachte, dass diese zusätzlichen 10% oder 20% mehr Platz von der gesetzlichen Absprungbasis ausgehen, welche aus unserer Sicht katastrophal gering ist (siehe weitere Details hierzu z.B. Gesetzliche Vorgaben Schweine). Tiere mit dem gesetzlich zugesprochenen Platz können sich kaum bewegen, geschweige denn, sich normal  verhalten, wühlen, buddeln, piken, hinlegen, etc.. 

Wenn wir die Kriterien der “Initiative Tierwohl” lesen, wundern wir uns, ob bei konventionell gehaltenen Tieren noch nicht einmal das Tränkewasser oder die Stallluft regelmäßig überprüft werden, mal abgesehen von der Erfassung der verpassten Antibiotikagaben?

Anscheinend nicht…. denn dies sind mitunter die Haupt- Kriterien für das Label  “Initiative Tierwohl”!  

Natürlich müssen teilnehmende Bauern / Viehhalter gewisse Anforderungen erfüllen, um ihr Fleisch unter diesem Label vermarkten zu können: Aber wie viel Verbesserung bedeutet das tatsächlich für die Tiere? Sind die Kriterien ein Siegel wert? 

Laut Webseite der Initiative Tierwohl, sind dies die zusätzlichen Entgelte, welche die Bauern / Erzeuger erhalten, wenn sie die Mindest-Kriterien (Block A) bzw. optionale “Initiative Tierwohl” Kriterien (Block B) erfüllen.  Gemäß unserer Tierwohl Definition sind nicht nur die Kriterien auf ein lächerliches Niveau reduziert, sondern auch das Zusatzentgelt, welches die Bauern erhalten können, ist sehr gering. 

Quelle: https://initiative-tierwohl.de/wp-content/uploads/2019/01/Kurzfassung-Programm-Schwein-2018-2020.pdf

Seit 2018 zahlt der teilnehmende Lebensmittelhandel 6,25 Cent  für jedes KILO Fleisch, welches er unter dem Label “Initiave Tierwohl” verkauft. 

Die Bauern erhalten maximal 5,10 Euro zusätzlich für ein ganzes Mastschwein und lediglich 1,35 Euro mehr für ein Ferkel, wenn der Bauer alle genannten Bedingungen (auch die optionalen) einhält! Zusätzlich erhält der Betrieb in der Schweinehaltung 500€ als jährlichen Grundbetrag um den zusätzlichen Aufwand für die Umsetzung der Grundkriterien (=Stallklima und Tränkewassercheck) realisieren zu können.

Aus unserer Sicht sind diese Kriterien ein großer WITZ, denn die Einhaltung dieser Kriterien stellen noch lange KEIN Tierwohl, geschweige denn artgerechte Haltung dar.  Echtes Tierwohl (nach unserem Verständnis) kann mit diesen minimalen, zusätzlichen Entgelten seitens der Erzeuger nicht gewährleistet werden. Ebenso reichen zusätzlich 6,25 CENT pro verkauftem Kilo Fleisch plus 500€ jährlich nicht aus, um Tiere artgerecht und gesund zu halten.

Daher dient dieses “Label” – unserer Meinung nach- nur einem Zweck: Der Verbraucher Verwirrung! Denn viele würden bei so gut klingenden Labels und den dazu gehörenden professionellen Werbekampagnen des Handels erwarten, dass das Fleisch von “glücklichen”, artgerecht gehaltenen Tieren ist und sich daher guten Gewissens für den Kauf von Produkten mit dem Label “Initiative Tierwohl” entscheiden. 

Quelle: Initiative Tierwohl
Quelle: Initiative Tierwohl (03.11.2020)
Initiative Tierwohl - Handbuch Landwirtschaft Kriterienkatalog Geflügelmast
Quelle: Initative Tierwohl, Handbuch Landwirtschaft Kriterien Katalog Geflügelmast (03.11.2020)

Noch “besser” als die, in unseren Augen, miserablen Konditionen für die Schweine, sind die Zusatzkonditionen für Geflügel: Abgesehen von den Nebenaspekten wie Tränkewassercheck, Stallklimacheck ( jeweils mindestens einmal im Jahr!), gibt es Vorgaben für “zusätzliche Beschäftigungmöglichkeiten”. 

Diese sind wie folgt definiert: Neben “lockerer Einstreu” soll Beschäftigungmaterial (wie Stroh, Heu in Raufen/Körben/ Ballen) zur Verfügung gestellt werden, und zwar ist die Vorgabe für Hähnchen bei “mindestens ein Gegenstand bzw. Beschäftigungsmaterial je angefangener 150 qm und für Puten je angefangener 400 qm nutzbarer Stallfläche”.  (Quelle: Initiative Tierwohl)

Wie bitte kann dies Tierwohl definieren? Wie soll bei einer Fläche von 150 m oder gar 400 qm ein Ballen Stroh für all diese Tiere als Beschäftigung ausreichen? Und das unter den extrem engen Platz-Zuständen (siehe links), die pro Quadratmeter 35 kg Lebendgewicht Hähnchen bzw.  53 kg Lebendgewicht männliche Puten erlauben.

Sie können sich sicherlich vorstellen, wie es bei dieser Masse an Tieren und bei der gegebenen Enge zugeht, und dass der eine Heu- oder Strohballen irgendwo im Eck der 400 qm den Tieren völlig egal ist, denn dieser ändert nichts an deren beengten & zumeist schrecklichen Lebenssituation. 

Wieso darf man solche Haltungszustände überhaupt “Tierwohl” nennen => “Initiative Tierwohl”? 

Wir finden, dass dieses Siegel “Initiative Tierwohl” die Verbraucher bewusst & massiv täuscht: Denn allein durch den Markennamen erwarten die Verbraucher sehr wahrscheinlich viel mehr, als dieses Siegel tatsächlich abliefert.

Nichtsdestotrotz funktioniert die Marketingsstrategie der “Initiative Tierwohl” bestens, denn Produkte unter dem Label “Initiative Tierwohl” werden von Konsumenten und auch von Erzeugern sehr gut angenommen.

Obwohl die Bauern nur bis zu 5,10 € mehr pro Schwein erhalten können (neben dem jährlichen Grundbetrag von 500 €), stehen sie Schlange, um an dieser Initiative teilnehmen zu DÜRFEN:

Das Interesse von Tierhaltern sich an der Initiative zu beteiligen, ist nach Aussage der Initiative Tierwohl sehr hoch. Demnach wollten in der ersten Registrierungsphase im Jahr 2015 doppelt so viele Landwirte teilnehmen, als finanzielle Mittel zur Verfügung standen. Für die zweite Programmphase 2018 – 2020 können alle im Herbst 2017 angemeldeten Betriebe nach bestandenen Audit an der Initiative Tierwohl teilnehmen.

Quelle: “Die Initiative Tierwohl”, vom 19. April 2018, (15. Oktober 2020) >  Verbraucherzentrale 

Aktuell ist das Budget mit ca. 6.600 teilnehmenden Tierhaltern ausgereizt! 

 

Quelle: Initiative Tierwohl, “Häufige Fragen-Landwirte: Reicht das Budget auch für Betriebe, die sich neu anmelden wollen?”, (20.12.2020)
Quelle: Initiative Tierwohl, “Häufige Fragen-Verbraucher: Wie groß ist die Initiative Tierwohl”, (20.12.2020)

Eine gute Sache hat dieses Label: Durch dieses Label wird eindeutig gezeigt, dass theoretisch viel mehr möglich ist, wenn die Erzeuger mehr Geld für ihre Tierhaltung verdienen können. 

Wenn sich so viele Bauern für nur 5,10 € mehr pro Mastschwein für dieses Programm begeistern, dann müsste auch “echtes Tierwohl” gegen faire Bezahlung möglich sein, oder? 

Wir gehen stark davon aus, dass dies machbar ist, wenn wir die “echten Bauern” finden und diese gerecht für deren artgerechte & gesunde Tierhaltung bezahlt werden!

Und genau das wollen wir machen! 

Mit YouFee, mit Ihnen!

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=pZK4CS-w0-k
Quelle: youtube.de, (gesehen am 10.06.2020)

Die Initiative Tierwohl wird wohl auch von unserer aktuellen  Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frau Klöckner, unterstützt. Frau Klöckner hat bei einer der jährlichen “Initiative Tierwohl”  Treffen die ehrenvolle Aufgabe übernommen, den “Innovationspreis Tierwohl” auszuloben und zu überreichen: Hier ein Foto dieser Veranstaltung aus einem YouTube Video, welches leider gelöscht bzw. gesperrt wurde und somit nicht mehr verfügbar ist. 

Wir wundern uns: Warum, aus welchen Gründen soll das Video nicht mehr gesehen werden? War es Frau Klöckner unangenehm oder gar peinlich, dass sie die Initiative Tierwohl besucht hat  und somit an dem jährlichen Großevent teilgenommen hat, bei welchem sich die “Köpfe” der Initiative – aus für uns unerklärlichen Gründen – feiern und hoch leben lassen?

Achtung: dieses Video ist erschreckend, nur leider typisch für die  Massentierhaltung!

YouFee´s Zusammenfassung & Statement: 

Die “Initiative Tierwohl” Kriterien stehen nur leicht über den gesetzlichen Standards (= also der konventionellen Tierhaltung ) und sind somit sehr niedrig, und haben NICHTS mit TIERWOHL, oder artgerechter Haltung zu tun!

Aus unserer Sicht dient diese sogenannte “Initiatve Tierwohl” lediglich der Verbrauchertäuschung und ist Teil einer cleveren Vermarktungsstrategie der Handelskonzerne, die leider sehr gut ankommt und erfolgreich an die Konsumenten vermarktet wurde!

BITTE, lassen Sie sich nicht täuschen! Dieses Label ist weit entfernt von artgerechter Haltung und somit von Tierwohl: 

Dieses Label bringt weder den Tieren noch den Bauern / Viehhaltern nennenswerte Verbesserungen!

Es ist sehr erstaunlich und traurig zugleich, dass mehr Bauern an der Initiative Tierwohl teilnehmen wollten, als dies 2018 möglich war, denn anscheinend werden die Viehhalter bereits mit 2,80 Euro bei Stufe 1 (bzw. 5,10 Euro, bei Stufe 2) mehr Geld für ein ganzes Schwein ausreichend motiviert, “Veränderungen” an der Tierhaltung vorzunehmen.

Dieses Label entspricht bei Weitem NICHT unserem YouFee Tierwohl – Verständnis, aber es ist ein Beweis, dass die Erzeuger ihre Haltungskonditionen verbessern wollen und können, wenn sie entsprechend mehr bezahlt bekommen. 

Wir sind davon überzeugt, dass YouFee “echte Bauern” finden kann, die ihre Tiere gemäß den YouFee Tierwohl Konditionen halten wollen und werden, wenn wir diese Erzeuger ” fair” entlohnen und selbstverständlich auch deren Produkte kaufen.

Und genau das wollen wir machen, wir hoffen auf ihr Interesse und auf ihre Unterstützung!