YouFee - Together we CHANGE

Der Preisdruck führt zu abartigen Bedingungen - auch für Menschen

Es ist nachvollziehbar, dass man bei solchen  Erzeugerpreisen (um beim Beispiel Bayr. Landesanstalt für Landwirtschaft) keine artgerechte Tierhaltung erwarten kann! Der Durchschnittspreis pro Kilo Schlachtgewicht liegt bei ca. 1,40€ – 1,60€, laut den offiziellen Preisnotierungen und ohne Berücksichtigung der Afrikanischen Schweinepest oder der Corona-Pandemie, die im Jahre 2020 den Kilopreis für Schweinefleisch weiter gesenkt haben.

Solche Erzeugerpreise erlauben nur eine konventionelle Tierhaltung bzw. den Einsatz von pro forma / Pseudo-“Tierwohl”- Label (nach unseren Maßstäben), die im Zweifel nur das Gewissen der Verbraucher beruhigen sollen, aber der Industrie ein par Millionen Euro mehr Gewinn bescheren.

Neben diesen niedrigen Erzeugerpreisen geht der Preiskampf natürlich auch beim Transport, der Schlachtung, der Zerlegung und Weiterverarbeitung der Tiere bzw. deren Fleisches weiter. Da jeder Teil der Wertschöpfungskette immer mehr verdienen will, muss man stetig die Prozesse optimieren, um die Kosten maximal senken zu können.

Angefangen vom Transport, bei welchem man oftmals übermäßig viele Tiere in einen LKW reinpresst, die in bis zu 8 Stunden entfernte Schlachthöfe gekarrt werden (oder auch weiter, falls die Tiere ins Ausland verkauft werden!), führt sich der Preis-Druck bei der Schlachtung und Fleischverarbeitung fort.

Alles muss schnell, automatisiert und kostengünstigst laufen. So passiert es nicht selten, dass die Tiere mit Strom angetrieben werden, um schneller vom LKW und in die Schlachträume zu laufen. Oder, was oftmals von den diversen Tierschutzorganisationen dokumentiert wurde, ist die Tatsache, dass nicht gänzlich betäubte Tiere, bei vollem Bewusstsein an einem Bein hängend, trotz Todes-Schnitt (welcher zu schnell und unprofessionell gemacht wurde) bei lebendigem Leibe ver- bzw. ausbluten müssen! Wir finden das abartig!

Das Personal, welches solche Abartigkeiten den Tieren antun kann, muss entsprechend abgehärtet und verroht sein!

Es ist zu vermuten, dass jede(r), der dieses Elend und Leid in einem Schlachthof ertragen kann, schnell genug die entsprechenden Produktionsschritte / Arbeiten umsetzen kann und zu einem Dumpinglohn arbeiten “will”,  ist bei der Fleischwirtschaft willkommen. 

Es ist Stress, klar, wenn das Schnitzel so billig werden muss. Das Schlachten eines ganzen Schweines kostet ja alles in allem, nur 1,03 Euro. Pro Schwein, wohlgemerkt, nicht pro Kilo….

Verlierer sind zunächst die tausend Polen, die hier schuften müssen, im ostdeutschen Weißenfels, inmitten der Zone mit den monströsesten Tierfabriken Europas.

Auf der Gewinnerseite steht, rein geschäftlich betrachtet, natürlich der Besitzer der Tötungsanlage, Clemens Tönnies, der größte Schlachtfabrikant Deutschlands….

Er ist ein angesehener Mann, Deutschlands Supermarktkonzerne kaufen gern bei ihm. Auf dem Gelände des Schlachthofs stehen große Trucks mit der Werbung drauf: “Toasty: Don´t call it Schnitzel”. Das ist ein Erfolgsprodukt des Hauses (Tönnies), überall zu haben, bei Rewe, bei Edeka. … Aldi und Lidl beliefert er natürlich auch……

Quelle: Buch: “Fleisch darf uns nicht wurscht sein” von Hans-Ulrich Grimm, Seiten: 32-33

Wie kann es sein, dass das Schlachten und Zerlegen eines ganzes Schweines nur 1,03 Euro kosten kann und darf? Wie kann diese Leistung überhaupt zu diesem Preis erbracht werden? Warum herrscht in der Fleischbranche solch ein Preisdruck? Wer kassiert die Margen zwischen Erzeuger und End-Verbraucher-Preisen?

Wie mehrfach berichtet wurde, sind die meisten Arbeitskräfte in den großen Schlachtbetrieben aus dem osteuropäischen Ausland und arbeiten hier teilweise unter schlimmsten Konditionen. Sie verdienen meist unter dem deutschen Mindestlohn, wenn man alle Stunden und Abzüge einkalkuliert: Denn den Arbeitern werden die Kosten für die oftmals sehr schäbigen Massen-Unterkünfte in Deutschland, für den Transport von ihren Heimatländern nach Deutschland, für die Fahrten von ihren Massenunterkünften in die Fleischfabriken abgezogen, so dass deren tatsächlicher Netto- Rein-Lohn meistens weit unter dem Deutschen Mindestlohn liegt. Zu diesen Konditionen könnten deutsche Arbeitskräfte nicht arbeiten bzw. leben,  wenn sie eine Familie haben und diese – in Deutschland lebend – versorgen müssen, bzw. wären diese Menschen besser gestellt, wenn sie Hartz IV betragen & empfangen würden (YouFee-Kommentar: Der Unterschied zwischen Hartz IV Bezügen und Arbeitslohn sollte signifikant & merkbar sein, so dass sich Arbeiten lohnt und nicht das Gegenteil der Fall ist) . 

Natürlich ist ein Monats – Netto-Gehalt von ca. 800-1000€ sehr gut, wenn man als Vergleichsbasis den lokalen, z.B. rumänischen Produktions Arbeitslohn von durchschnittlich 400-600 € netto pro Monat heranzieht. Aber es ist unfair und völlig inakzeptabel, denn diese Menschen arbeiten zu deutschen Konditionen, in deutschen Betrieben, zu dem in Deutschland gültigen Mindestlohn und sollten entsprechend entlohnt und gemäß der deutschen Gesetze behandelt werden. Leider ist das in vielen Fällen nicht gegeben und dieser Fakt ist bereits seit Jahren bekannt: 

Dass der Erfolg auch auf Kosten Tausender, meist osteuropäischer Arbeiterinnen und Arbeiter geht, ist seit langem bekannt. Schon im Jahr 2007 nannte der damalige Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Gerd Andres auf einer Pressekonferenz das Unternehmen Tönnies als Beispiel für unhaltbare Zustände in der Fleischindustrie.
Quelle: Andreas Morbach, “Clemens Tönnies: Skrupellos bis ganz nach oben” vom 23. Juli 2020, Frankfurter Zeitung  fr.de. (29. August 2020)

Und was ist bis dato passiert? Seit 2007?

Immer noch nichts Konkretes: Denn Anpassungen an deutsche Konditionen und Arbeitsgesetze würde für die  Fleisch-Konzerne bedeuten, dass sich dieses verzwickte Modell mit osteuropäischen Subunternehmen & Arbeitskräften nicht mehr bzw.  nicht mehr ausreichend lohnen würde. Die Mega-Fleischkonzerne würden weniger verdienen oder müssten ihre Preise erhöhen, was laut gängiger Aussagen weder der Handel noch die Verbraucher akzeptieren wollen. 

Ist es nicht traurig und erschütternd, dass die Ausbeutung der Arbeitskräfte in den Fleisch-Betrieben und selbstverständlich auch die schlechte Behandlung der Tiere vor und während der Schlachtung seit Jahren oder gar Jahrzehnten von Gewerkschaften, Tierschutzorganisationen und anderen Institutionen thematisiert wird, und trotzdem von unserer Politik geduldet wird? Gewerkschaften und viele andere Institutionen nennen die Arbeitszustände in den großen Fleischfabriken “moderne Sklaverei“, denn es werden aktiv und wohl wissend Menschen ausgebeutet, die sich aufgrund der rechtlichen Situation nicht wehren können / dürfen. 

Nun “endlich”, im Zuge der Corona-Pandemie, zeigte sich im Mai 2020 eine erste Bewegung seitens unserer Politik: Aufgrund erneuter, massiver Corona Ausbrüche in einigen Schlachthöfen, hat unser aktueller Bundesarbeitsminister Herr Heil eine Gesetzesänderung bzgl. der Subunternehmen zum  1. Januar 2021 angekündigt:

„Künftig soll das Schlachten und die Verarbeitung von Fleisch in Betrieben der Fleischwirtschaft … nur noch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein“, heißt es in einem Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums…

Quelle:Frankfurter Allgemeine Zeitung: “Auflagen für Schlachthöfe – Arbeitsminister Heil macht Ernst”, vom 15. Mai 2020, Faz.net

Wir sind gespannt, was sich wie ändert und ob der angedachte Fahrplan mit der entsprechenden Gesetzesänderung auch tatsächlich umgesetzt und für ALLE gleichermaßen gelten wird.

Fakt ist, dass es einen großen Aufschrei in der Branche gab, die immer wieder argumentiert, dass  mit entsprechenden Gesetzesänderungen die Fleisch”Produktion” teurer werde, was die Verbraucher nicht mittragen würden. Für uns ist dieses oft benutzte Killer-Argument einfach nur großer “MIST” und dient den Millionären bzw. Milliardären als Ausrede!

Stufe 2 der Eskalation waren Androhungen der Fleisch-Riesen, dass man bei geplanten Gesetzesänderungen gezwungen wäre, die Betriebsstätten ins Ausland zu verlagern, um konkurrenzfähig zu bleiben, was mit Steuer- und Arbeitsplatzverlusten für Deutschland einhergehen würde. Das finden wir unverschämt, dreist und völlig inakzeptabel! Reichen die jährlichen Millionen oder gar Milliarden Gewinne etwa noch nicht aus? 

Mal abgesehen von dem stetigen Drang nach Gewinnmaximierung der Unternehmen, insbesondere der Groß-Konzerne, könnte man politisch diese Drohgebärden “leicht” aushebeln, indem man gesetzlich festlegt, dass nur in Deutschland gezüchtete und verarbeitete Tiere und Tierprodukte (wie Milch und Eier) unter Einsatz von deutschen Arbeitskräften für den deutschen Absatzmarkt in Frage kommen. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, dass sich ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland finden würden.

Aus unserer Sicht wäre dies nicht nur für unsere lokale Landwirtschaft und für unseren Arbeitsmarkt enorm wichtig, sondern essentiell für die Tiere und unsere Umwelt (z.B. Reduktion von Transporten und entsprechenden Emissionen).

Allerdings sehen wir keine Chance, dass es eine politische Fokussierung auf deutsche Tiere, von deutschen Landwirten, erwirtschaftet von deutschen Arbeitskräften und entsprechende gesetzliche Anpassungen geben wird, DENN das würde einen Verstoß gegen das EU Wettbewerbsrecht, gegen die “Freie Marktwirtschaft” bedeuten und zu Diskussionen mit anderen EU-Ländern führen.

Weil wir in den geforderten Punkten keine konsequente Regulierung seitens unserer Politik erwarten, machen wir dies zu einem unserer YouFee Grundpfeiler: 

Die Lokaliserung der Fleischherkunft und deren Produktion steht für YouFee – neben anderen Grundregeln – im Fokus!

Wir werden uns auf in Deutschland geborene, gemästete, geschlachtete und verarbeitete Tiere, Fleisch – und Wurstwaren, Milch und Eier fokussieren. 

Im Sinne der Tiere, unserer Wirtschaft , der Menschen und unserer Umwelt!

Preisdruck und Lohn-Dumping in der Fleischbranche sind kein neues Problem - ein Beweis:

Natürlich kommt Lohn-Dumping nicht nur in der Schweine-Industrie vor. Dies kommt leider sehr häufig vor, gemäß der diversen Berichte.

Rechter Hand ein Auszug von Wikipedia über die PHW Gruppe, den größten deutschen Geflügel-züchter und -Verarbeiter:  

Bekannteste Marken der PHW Gruppe sind: Wiesenhof und  Bruzzzler (Geflügelbratwurst). 

 

Über die PHW Gruppe = Wiesenhof & CO:

Im Juli 2007 berichtete das ZDF-Magazin Frontal21 über sehr schlechte Arbeitsbedingungen und Löhne polnischer Gastarbeiter, die bei Wiesenhof nur 3,50 Euro pro Stunde verdient haben sollen. Die PHW-Gruppe verwies in einer Stellungnahme darauf, dass alle Beschäftigungsverhältnisse ordnungsgemäß und regelmäßig von den verantwortlichen Behörden ohne Beanstandung geprüft werden und dass entgegen den Aussagen des Berichts die Bruttolöhne für die angesprochenen Arbeiter zwischen fünf und sechs Euro lägen; hinzu käme noch freie Logis, was im Beitrag vorenthalten worden war. Aufgrund von Ermittlungen des Zolls im Jahr 2010 erhob die Staatsanwaltschaft Oldenburg im Jahr 2012 Anklage gegen den Geschäftsführer des PHW-Unternehmens Geestland Putenspezialitäten und den eines Subunternehmens wegen des Verdachts illegaler Arbeitnehmerüberlassung. Die Ermittlungen trugen zum Rücktritt der damaligen niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen im Dezember 2010 bei. Der Prozess über die Vorwürfe vor dem Landgericht fand (Stand Februar 2016) noch nicht statt.[37] Vorwürfe wurden ebenfalls in der im August 2011 ausgestrahlten ARD-exclusiv Reportage „Das System Wiesenhof“ erhoben.[38] Hier wurde anhand eines Betriebes jedoch deutlich gezeigt, dass Kost und Logis nicht frei waren – für einen einfachen Schlafplatz in einem Vierbettzimmer einer alten Kaserne musste ein Arbeiter 4 Euro pro Tag bezahlen. Andere Mitarbeiter bestätigten dies und sprachen von einer Monatsmiete von 120 bis sogar 150 € bei einer Vergütung von 5,50 € pro Stunde.

Im Juni 2013 flog ein komplexes Geflecht an schnell wechselnden Werkvertragsnehmern und Zeitarbeitsfirmen im Umfeld des PHW-Unternehmens Geestland Putenspezialitäten in Wildeshausen auf, das Spätaussiedler sowie ausländische Arbeitskräfte aus Rumänien, Bulgarien und Vietnam zu sehr ungünstigen Konditionen (Dreimonatsverträge, € 0,23 Lohn pro Kilo zerlegter Pute) beschäftigte. Auswärtige Arbeiter wurden in Massenunterkünften (bis zu 15 Betten pro Zimmer) einquartiert. Unerwünschte Mitwisser wurden offenbar massiv eingeschüchtert.[39]

Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel  PHW Gruppe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

YouFee´s Zusammenfassung & Statement:

Wir werden mit unseren Partner, Quellen und Produkten auf alle Wertschöpfungsschritte und auf eine faire Behandlung von Mensch und Tier achten. 

Jede Arbeitskraft und jedes Unternehmen muss fair und gerecht entlohnt werden: Ausbeutung von Menschen z.B. via Subunternehmen werden wir nicht unterstützen, sondern explizit ausschließen.

Für uns ist wichtig, dass alle Menschen, die mit den Tieren “arbeiten”, die notwendigen Eigenschaften erfüllen. Der letzte Gang der Tiere zum Schlachthof muss so “schonend”- wie das für diese Situation möglich ist- organisiert sein.

Für uns ist wichtig, dass die Tiere nicht unnötig weit transportiert werden. Wir wollen die deutsche Wirtschaft fördern und werden ausschließlich deutsche Unternehmen (Schlachter, Metzger, Zerleger, Veredeler….) bzw. Unternehmen mit nationalen Betriebsstätten und Mitarbeitern als Partner zulassen. 

Es ist essentiell, dass die Tiertransporte maximal reduziert und deutsche Bauern für ihre artgerechte Tierhaltung fair bezahlt werden. Wir streben eine deutsche End-to-End Produktion, mit regionalem Fokus und Bedarfssplit an.

Wir bleiben dran und halten Sie auf dem Laufenden, wie sich die geplanten Gesetzes- Änderungen bzgl. Subunternehmen in der Fleischbranche tatsächlich ändern werden, ob es Ausnahmen geben wird und wenn ja, welche und wer diese nutzen darf.

Verarbeitung Ihrer Daten für Werbung mit persönlicher Note

Wir möchten Ihnen stets ein passgenaues Beratungs- und Serviceangebot zukommen lassen. Daher bieten wir Ihnen an, uns die personenbezogene Erhebung und Nutzung Ihrer Aktivitäten auf unserer Webseite zu gestatten und diese Ihrer individuellen Kundenakte hinzuzufügen. Hierzu würden wir Sie bei Ihrem Webseitenbesuch nach Möglichkeit persönlich identifizieren. Diese Daten würden wir mit bestehenden Informationen aus verschiedenen Quellen zu Ihrem individuellen Profil zusammenführen, um Ihnen kanalübergreifend passgenaue Angebote unterbreiten zu können. Nähere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen. Bitte beachten Sie, dass wir, unabhängig von dieser Einwilligung die Nutzung unserer Webseite allgemein und vollkommen anonym messen, um unser Angebot zu verbessern. Diese Einwilligung ist freiwillig und kann jederzeit frei widerrufen werden.